Landesrat der Eltern Brandenburg
Landesrat der Eltern Brandenburg

Forderungen zur Landtagswahl 2014 als Wahlprüfsteine

(Informationen zum Koalitionsvertrag 2014 finden Sie weiter unten .)

 

Wahlprüfsteine zur Landtagswahl am 14. September 2014

Der LER hat auf seiner Sitzung vom 14.6. folgende Forderungen als Wahlprüfsteine aufgestellt und bittet um Stellungnahme der Landtagsfraktionen bzw. Parteien bis Ende Juli.

  1.  Schulsozialarbeit
    Die Schulsozialarbeit sollte ein wichtiger Bestandteil schulischen Lebens sein. In Brandenburg ist nur ein Teil der Schulen mit entsprechenden Stellen versorgt. Der LER fordert eine Aufstockung des 510-Stellen-Programms, um flächendeckend an allen Schulen Sozialarbeit anzubieten.
  2. Vertretungsreserve
    Auch wenn die Anzahl der offiziell ausgefallenen Stunden gering erscheint, so bedeutet die hohe Anzahl der Vertretungsstunden einen deutlichen Qualitätsverlust. Wir fordern kurzfristig eine Vertretungsreserve von 6%. Die Vertretungen aus der Budgetierung müssen innerhalb von 2 Tagen zur Verfügung stehen.
  3. Inklusion
    Ein Gelingen der inklusiven Bildung liegt uns am Herzen. Nach den bisherigen Erfahrungen reichen die Bedingungen nicht aus. Für inklusive Klassen fordert der LER eine Höchstfrequenz von 21 und im Unterricht sollten immer mindestens 2 pädagogische Kräfte für die individuelle Förderung zur Verfügung stehen.
  4. Förderschulen
    Förderschulen sind weiterhin nachgefragt. Eine kontinuierliche pädagogische Weiterentwicklung der Förderschulen und Verbesserungen des Qualitätsmanagements ist zu unterstützen. Fusionen von Förderschulen mit Regelschulen oder Öffnungen für Kinder ohne festgestellten Förderbedarf muss ermöglicht werden.
  5. Raumprogramm
    Die Schulträger sind häufig vor Ort nicht in der Lage, die räumlichen Gegebenheiten den Anforderungen an inklusiver Bildung anzupassen. Wir fordern ein Investitionsprogramm ähnlich dem Ganztagsprogramm, das den Kommunen und anderen Schulträgern Anreize gibt, die räumlichen Bedingungen für inklusiven Unterricht zu schaffen bzw. zu verbessern.
  6. Flüchtlingskinder
    Die Eingliederung der Flüchtlingskinder stellt die Schulen vor Herausforderungen, die über die normalen Anforderungen der Inklusion hinausgehen. Wir benötigen Personal, das darauf eingehen kann, dass die Kinder traumatisiert sind und aus einer vollkommen anderen Kultur herausgerissen wurden.

6.1 Wie wollen Sie sicherstellen, dass ausreichend qualifiziertes Personal für die Beschulung von Kinder aus Krisengebieten zur Verfügung steht?

6.2 Wie setzen Sie sich dafür ein, dass die Lehrer entsprechend auf die neue Situation vorbereitet werden?

6.3 Wie wollen Sie gewährleisten, dass benötigte Dolmetscher und Psychologen jeweils zur Verfügung stehen?

  1. Medienbildung
    Gefahren aus dem Internet und im Zusammenhang mit dem Umgang mit digitalen sozialen Netzwerken werden im Unterricht noch viel zu wenig thematisiert und sind auch im Bewusstsein der Elternschaft nicht ausreichend verankert. Anpassung der Rahmenpläne und mehr Aufklärung ist dringend geboten.
  2. Schulessen
    Qualität des Angebots, räumliche Bedingungen und die Essenskultur mit ausreichend Zeit ist im Land noch sehr unterschiedlich. Bei der Schulessensversorgung sind landesweite Standards anzustreben, die sich an die DEG anlehnen. Die Schulträger müssen ausreichend große Essensräume und einen entsprechenden Zeitkorridor zur Verfügung stellen.
  3. Schulstruktur
    Immer mehr Eltern wünschen sich Schulen, die in dreizehn Jahren zum Abitur führen. Die Gesamtschulen sind unter anderem deshalb übernachgefragt. Wir fordern eine Anpassung der Schullandschaft an diesen Bedarf in Form von mehr Gesamtschulen und einer verbesserten vertieften Bildung an den bestehenden Oberschulen.
  4. Schülerbeförderung
    Der Anspruch auf eine kostenlose Schülerbeförderung leitet sich für uns direkt aus der allgemeinen Schulpflicht ab. Kreisgrenzen dürfen nicht zu langen Schulwegen führen. Die Schülerbeförderung muss entsprechend kreisüberschreitend angepasst werden. Im berlinnahen Raum sind Schülertickets eine gute Ergänzung.
  5. Pendlerausgleich
    Das schulische Angebot ist in den Kreisen und kreisfreien Städten unterschiedlich nachgefragt, was Pendlerströme erzeugt. Deshalb müssen klare Regelungen für einen finanziellen Ausgleich zwischen den Trägern geschaffen werden.

 

 

 

Antwort SPD
Landesrat der Eltern Brandenburg.pdf
PDF-Dokument [3.4 MB]
Antwort Christlich Demokratische Partei
CDU 140721_Wahlprüfstein_Landeselternrat[...]
PDF-Dokument [275.2 KB]
Antwort Freie Demokratische Partei
FDP Wahlprüfsteine LER.pdf
PDF-Dokument [21.2 KB]
Antwort der Partei Bündnis 90/ Die Grünen
B90_Gruene Antworten LER final.pdf
PDF-Dokument [116.0 KB]
Antwort der Partei Die Piraten
Piraten Antwort Wahlpruefsteine.pdf
PDF-Dokument [94.8 KB]
Antwort der Partei Alternative für Deutschland
AfD Stellungnahme z d Wahlprüfsteinen El[...]
PDF-Dokument [73.1 KB]
Antwort BVB/Freie Wähler
Wahlprüfsteine_LER.pdf
PDF-Dokument [131.2 KB]

Koalitionsvertrag bringt Verbesserungen in der schulischen Bildung, erfüllt aber nicht alle Erwartungen!

 

Der heute, am 10.10.2014, vorgestellte Koalitionsvertrag zwischen SPD und LINKE sieht in der schulischen Bildung nach einer ersten Durchsicht von mir insbesondere folgende Neuerungen vor:

 - Einstellung von 4300 Lehrkräften. Angesichts der erwarteten 3600 Stellen, die durch Austritte neu besetzt werden müssen, sind das ca. 700 neue Stellen, über deren Verwendung noch keine Aussagen getroffen werden. 

 - Einstellung von 100 neuen Schulsozialarbeitern. Das muss in Zusammenarbeit mit den Kreisen und Kommunen erfolgen, die vermutlich einen Teil der Finanzierung übernehmen werden.

 - Grundschulen können sich mit Ober- bzw. Gesamtschulen zu Schulzentren zusammenschließen, wenn Schulträger und Mitwirkungsgremien das befürworten.

 - Die bisherige Vertretungsreserve bleibt erhalten, eine Aufstockung auf 6% ist nicht vereinbart. Die neuen Stellen sind also für andere Maßnahmen vorgesehen.

 - Die Pilotschulen Inklusion behalten ihre bisherige Ausstattung und es wird auf die Austerung der Evaluation verwiesen. Weitere konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Bedingungen für gemeinsamen Unterricht und der individuellen Förderung werden nicht genannt.

 - Oberschulen erhalten die "vertiefte Bildung", die Durchlässigkeit und Übergang zum Gymnasium verbessern soll.

 - Die doppelqualifizierende Bildung soll an den OSZ weiterentwickelt werden, entsprechende besondere Profile an den Gesamtschulen werden geprüft. Gemeint sind (dreijährige) Bildungsgänge, die gleichzeitig einen Berufsabschluss, als auch Abitur anbieten. 

 - Die Zusammenarbeit von Kitas, Grundschulen und Horten soll verbessert werden, um den Übergang zu erleichtern. Hier gibt es sicherlich noch Diskussionsbedarf mit Kommunen und freien Trägern, wie das im Einzelnen geschehen soll und welche Unterstützung das Land geben kann bzw. will. 

- mehr Berufsorientierung auch für Abiturient(inn)en und insgesamt engere Zusammenarbeit mit der Wirtschaft

 

Hier der Verweis zum Koalitionsvertrag , als PDF siehe unten.

 

Wolfgang Seelbach, 10.10.2014

Teil Bildung des Koalitionsvertrages, datenreduziert.
KoaVertrag Bldg SPD Linke BRB 2014.pdf
PDF-Dokument [155.6 KB]
Der ganze Koalitionsvertrag 2014, Vorsicht: große Datenmenge!
Koalitionsvertrag Brandenburg 2014 SPD u[...]
PDF-Dokument [2.3 MB]

Verweise:

Elternqualifizierung vom LISUM Stand Jan 2017
Newsletter-Partizipation 2016-01.pdf
PDF-Dokument [1.2 MB]
informative und leicht verständliche Broschüre des MBJS Alles zur Mitwirkung
Elternqualifizierung für Mitwirkung
Landesverband schulischer Fördervereine
Integration der zu uns Geflüchteten
Vernetzungsstelle Schulverpflegung Brandenburg
Elternuni 2007 - 2013
AWO-Broschüre des Projektbeirates Inklusion
Bundeselternvertretung Kitas
Bildungsministerium Brandenburg

 Anzahl Besucher seit 16.11.2013

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Landesrat der Eltern Brandenburg