Landesrat der Eltern Brandenburg
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Podiumsdiskussion mit Ministerium, Landeselternrat und Parteien

200 empörte Eltern waren zur Veranstaltung von KER/KSB FfO gekommen.
Es gab zwar eine sachliche und kontroverse Diskussion über den Lehrernotstand im Land, aber der konkrete Anlass, der monatelange Unterrichtsausfall in Mathe an der Oberstufe eines Gymnasiums in FfO wurde nicht zufriedenstellend gelöst.
In ihrer Verzweiflung organisieren Eltern jetzt mit privatem Geld die Abi-Vorbereitung. So etwas habe ich in 14 Jahren Elternarbeit noch nicht erlebt.
 
Hier mein Bericht:

 

Unterrichtsausfall: Empörte Eltern in FfO

 

200 Eltern besuchen die Veranstaltung des KER und KSB Frankfurt/Oder (21.6.2017), um über Lehrkräftemangel und Unterrichtsausfall zu diskutieren, aber auch um ihre Empörung über das Versagen der Schulbehörden zum Ausdruck zu bringen, die seit Monaten nicht in der Lage waren, eine Lehrkraft für den Mathe-Unterricht an der Oberstufe eines Gymnasiums in FfO zu finden.

 

Frau Melcher (Stellvertretende Sprecherin des KER) eröffnet die Veranstaltung mit Hinweisen zu Lehrkräftemangel und Unterrichtsausfall in Frankfurt/Oder und der Sprecher des KER Herr Hampel moderiert dann die Podiumsdiskussion.

 

Frau Budke (Grüne) und Frau Augustin (CDU) berichten über Anregungen und Initiativen, die aus der Opposition gekommen. Frau Budke verweist darauf, dass nur ein Bündel von Maßnahmen Lehrkräfte für den ländlichen Raum aber auch Städte wie FfO gewinnen kann. Ihre Partei hat schon vor einigen Jahren ein wissenschaftliches Gutachten vorgestellt, dass konkrete und umsetzbare Vorschläge enthält. Außerdem mahnt sie an, die teilweise viel zu hohen Eingangsvoraussetzungen für ein Lehrkräftestudium zu senken. „Es geht nicht, dass eine Bewerberin für Musik sich mit privatem Geld ein Jahr lang auf eine Aufnahmeprüfung vorbereiten muss, die Orchesterniveau verlangt.“

 

Frau Dannenberg (Linke) und Herr Drescher (Staatssekretär) stellen durchaus selbstkritisch fest, dass erst seit 2014 in größerem Umfang neue und zusätzliche Stellen geschaffen wurden.

 

Aber: „Selbst eine monatliche Gehaltsaufstockung von 300 Euro hat nicht eine einzige Lehrkraft überzeugen können, nach FfO zu gehen.“ so Drescher Für die jungen Anwärter sind Infrastruktur wie Kitas, Wohnmöglichkeiten, Freizeitgestaltung von hohem Wert. Er steht mit dem Bürgermeister in Kontakt, um hier Angebotsverbesserungen zu finden und bemüht sich derzeit besonders um polnische Lehrkräfte.

 

Wolfgang Seelbach (Landeselternsprecher) bestätigt aus eigenen Erfahrungen, dass beide Vorgängerregierungen die Mahnungen nach einem Einstellungskorridor nicht umgesetzt haben. Die jetzige Regierung sei immerhin mit zahlreichen Maßnahmen aktiv (mehr Stellen, Anwerben ausländischer Lehrkräfte, Quereinsteiger …). Jede für sich sei zwar nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber viele Tropfen können auch schon etwas bewirken und sind besser als gar nichts. Bei der wichtigsten Stellschraube, mehr Studienplätze für Lehrkräfte zu schaffen, gibt es jedoch aus seiner Sicht noch dringenden Handlungsbedarf. Die Einrichtung einer pädagogischen Hochschule könne ganz neue Zielgruppen von Interessenten für den Lehrerberuf ansprechen.

 

In der anschließenden Diskussion mit Eltern ging es zunehmend um die Situation vor Ort. Schülerinnen beschwerten sich über den monatelangen Unterrichtsausfall in Mathematik, die Vorbereitung zum Abitur war nicht gegeben. Weder Schule noch übergeordnete Stellen waren in der Lage, Ersatz für drei ausgefallene Mathe-Lehrkräfte zu finden. Die Schüler erhielten Aufgaben, die aber nicht in einem Unterricht entsprechend aufbereitet wurden.

 

Herr Seelbach verweist darauf, dass das selbständige Bearbeiten von vorbereiteten Aufgaben nur eine Notlösung sein kann, wenn sich z. B. eine Lehrkraft „morgens um halb acht“ kurzfristig krank meldet. „Ein Unterrichtsersatz auf Dauer kann das nicht sein.“

 

Wie die internen Prozesse bei diesem Skandal abgelaufen sind, wurde nicht aufgeklärt. Mehr als „Wir sind an der Sache dran.“ konnte Herr Drescher den Eltern nicht versprechen.

 

So war es zwar eine lebendige Veranstaltung über die Versorgungsengpässe allgemein, aber das konkrete Anliegen, für das die Eltern gekommen sind, konnte nicht gelöst werden.

 

Wolfgang Seelbach 21.6.2017

 

Unterrichtsausfall: Veranstaltung des Kreiselternrates Frankfurt/Oder

Bericht in der moz vom 21.6.2014

 

"Vielen Schulen gelingt es nicht, lange Krankheitsausfälle von Lehrern adäquat zu kompensieren. Die Folge ist Unterrichtsausfall. Für einzelne Fächer würden teilweise schon gar keine Noten mehr erteilt, klagt der Kreiselternrat. Über Lösungen für das Problem diskutierten Eltern und Lehrer am Donnerstag mit Politikern.

"Sieben Stunden sollte mein Sohn laut Stundenplan gestern haben. Tatsächlich hatte er dann eine Stunde Englisch und zwei Stunden Sport. Das kann es doch nicht sein", machte sich der Vater eines Siebtklässlers Luft. Noch deutlicher wurde ein anderer: "Manchmal habe ich den Eindruck, meine Kinder sind öfter zu Hause, als in der Schule."

Mehr als 80 Eltern, Lehrer und Schüler kamen am Donnerstag zu einer Podiumsdiskussion in das Karl-Liebknecht-Gymnasium zum Thema Unterrichtsausfall. Organisiert hatte die Veranstaltung der Kreiselternrat und dazu die bildungspolitischen Sprecher aller Landtagsfraktionen eingeladen. Von denen kam zwar niemand, aber immerhin "deren Vertretungsreserve", wie Bärbel Melcher, seit vielen Jahren im Elternrat aktiv, ironisch anmerkte. Von den Politikern wollten sie und ihre Mitstreiter "nicht hören, warum etwas nicht geht, sondern Lösungsvorschläge". ...

Allerdings zeigte die Diskussion auch, dass Zahlen zuweilen trügen. Zwischen der Realität an den Schulen auf der einen und der Statistik, die bei Fachpolitikern und im Ministerium landet, auf der anderen Seite, klafft offenbar eine Lücke. Auch gibt es etwa unterschiedliche Ansichten darüber, was als Unterrichtsausfall gilt. Selbstständige Schülerarbeit zählt nicht dazu. Kritisch sieht der Kreiselternrat auch das Vertretungsbudget. Lehrer in Altersteilzeit dürfen aus beamtenrechtlichen Gründen nicht mehr als drei Stunden pro Woche aushelfen, pensionierte Lehrer wollen oft nicht mehr arbeiten.

Viele Eltern erwarten da gerade vom Ministerium mehr Flexibilität und praktische Lösungen. Ein Vater brachte es mit seinen an Regina Schäfer vom Bildungsministerium gerichteten Fragen auf den Punkt: "Warum können Lehrern Überstunden nicht bezahlt werden? Warum können Lehrer in Altersteilzeit nicht mehr arbeiten, wenn sie wollen? Warum kann man nicht einfach einen Pool bilden mit Lehrern, die bei Ausfallstunden einfach mit einem Dienstwagen zwischen Frankfurt und Eisenhüttenstadt pendeln?" "

 

Verweise:

Elternqualifizierung vom LISUM Stand Jan 2017
Newsletter-Partizipation 2016-01.pdf
PDF-Dokument [1.2 MB]
informative und leicht verständliche Broschüre des MBJS Alles zur Mitwirkung
Elternqualifizierung für Mitwirkung
Landesverband schulischer Fördervereine
Integration der zu uns Geflüchteten
Vernetzungsstelle Schulverpflegung Brandenburg
Elternuni 2007 - 2013
AWO-Broschüre des Projektbeirates Inklusion
Bundeselternvertretung Kitas
Bildungsministerium Brandenburg

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