Landesrat der Eltern Brandenburg
Landesrat der Eltern Brandenburg

Unterrichtsausfall: 100 Schüler erhalten keine Englischnote in Luckenwalde

Vertretungsbudget: Fragen eines Elternsprechers

 

-       "Welche Mindestanforderungen müssen die Vertretungen haben ?

-       Wie sieht es mit gesetzlichen Beteiligungsrechten aus (Personalrat, FV, Schwerbehindertenvertretung, etc.)

-       Wie werden die Vertreter bezahlt ? Nach Tarif ? Verhandelt der Schulleiter selbst ?

-       Die Schulen selbst können ja nicht Arbeitgeber werden. Wie läuft das Verfahren ?

-       Wie lange dauert eine entsprechende Vertragsgestaltung ?

-       Was ist mit Urlaub, Krankheit des Vertreters ?

-       Wie ist die arbeitsrechtliche Absicherung in der Schule ?

-       Wer hat die Verantwortung für die Schüler, wenn der Vertreter z. B. Chemie unterrichtet und hierbei Versuche durchgeführt werden ?

-       Wie lang kann ein Vertreter beschäftigt werden ?

-       Welchen Steuerstatus haben die Beschäftigungen („400€-Basis“, Nebentätigkeit, etc. )

-       Wer ist für Sozialabgaben verantwortlich ?

-       Wie sieht es aus mit der Umsetzung der Rahmen- und Lehrpläne sowie internen Regelungen der Schulen ?

-       Welche Pflichten und Rechte bestehen bei Notengebung / in Klassenkonferenzen ?

-       Sind nicht Klagen zu befürchten, wenn Vertretungskräfte abschlussrelevante Noten geben ? Was, wenn kein Abitur erreicht wird oder aufgrund der Noten keine Gymnasialempfehlung ?

 

Es gibt viele ungelöste Probleme bzw. Probleme, die auch nicht zu lösen sind.

 

Wäre es nicht sinnvoller, das Geld z. B. in eine ständige Vertretungsreserve zu investieren ?

Zum Beispiel könnten eine oder zwei Stunden jedes Lehrers als Vertretungsstunde bewertet werden. Die erforderlichen Stellen könnten mit dem Budget bezahlt werden.

 

Diese Variante hätte folgende Vorteile:

-       Bei einer Erkrankung ist sofort  eine fachlich und pädagogisch einwandfreie Vertretung vorhanden.

-       Die Vertretung kennt Schüler, Schule, Kollegium und vor allem Lehrplan und schulinterne Vorgaben (z. B. Beschlüsse der Schulkonferenz)

-       Der Bürokratieaufwand läuft gegen Null

-       Die Schulleiter müssen sich nicht stundenlang mit arbeitsrechtlichen Problemen rumschlagen, sondern können dies in tatsächliche Bildung investieren.

-       Keine rechtlichen Probleme

 

...

 

Roman Lederle"

 

Stellungnahme des LER-Sprechers:

 

Sehr geehrter Herr Lederle,

 

Ihre Fragen sind berechtigt und beschäftigen uns auch. Die von Ihnen vorgeschlagene Erhöhung der "ständigen" Vertretungsreserve gehört seit Jahren zu unseren wichtigsten Forderungen und wird endlich am 1.1.2014 zumindest teilweise umgesetzt. (Siehe dazu unsere Berichterstattung unter "Nachrichten").

Allerdings bitte ich zu beachten: Der Vertretungsbedarf fällt häufig in extremen Spitzen von ca. 20-30% wie z.B. im Februar an. Da ist eine Erhöhung der ständigen Vertretungsreserve in Form einer Überausstattung der Schulen nur wenig hilfreich. Lehrkräfte können nur in geringem Umfang zu Mehrarbeit herangezogen werden. Das wird auch jetzt schon ausgschöpft. Trotz aller Unzulänglichkeiten sehen wir deshalb in einem Personalbudget der Schulen vor allem den Vorteil, dass nur hiermit die notwendige Flexibilität erreicht werden kann.

Es ist aus unserer Sicht ein Versuch wert, auch wenn wir aus Erfahrung wissen, dass nicht alle Schulleiter dazu bereit sind und auch im Markt die entsprechenden Kräfte nicht überall vorhanden sind. Ein Jahresarbeitskonto, wie es in der Industrie bei entsprechenden Bedarfsschwankungen eingesetzt wird, ist arbeitsrechtlich im Schulbereich derzeit nicht möglich. Eine andere Alternative ist mir nicht bekannt.

Zu den Detailfragen fragen Sie am besten Ihren Schulrat. Das Ministerium hat uns darüber informiert, dass das noch mit den Schulleitern abgesprochen wird. Schulleitungen werden insbesondere die Personalauswahl begleiten bzw. durchführen, Gehalts- oder Honorarüberweisungen würden sie nicht vornehmen.

 

Wolfgang Seelbach, Sprecher des Landesrates der Eltern Brandenburg

 

Kreiselternrat des Landkreises Teltow Fläming

 

Stellungnahme zum Unterrichtsausfall und fehlender Vertretungsreserve

 

Im letzten Schuljahr hat der Unterrichtsausfall, also der komplette Wegfall von Stunden im Landkreis Teltow Fläming ein Höchstmaß angenommen, welches so nicht mehr akzeptiert werden kann. Der Anteil der ersatzlos gestrichenen Stunden an Grundschulen lag in 2012 bei 2,4% und somit deutlich über dem brandenburgischen Durchschnitt von 1,44%.

 

Hinzu kommen die um ein vielfaches höhere Ersatzmaßnahmen bei Lehrerwegfall, wie Aufteilung der Klassen, Stillarbeit u.a. Maßnahmen. Insgesamt sind im Landkreis Teltow Fläming 8,2 % aller Stunden nicht regulär gehalten worden.

 

Das Staatliche Schulamt Wünsdorf hat aus der VZE-Zuweisung 40 VZE als Vertretungsreserve für langzeiterkrankte Lehrkräfte eingesetzt (VZE = Vollzeiteinheit, volle Lehrkräftestelle). Diese können im nächsten Schuljahr nur dadurch erhöht werden, indem sie anderen Schulen weggenommen oder vorenthalten werden. Hierdurch verschlimmert sich die Situation für einzelne Schulen noch mehr.

 

Im Hinblick auf die jetzt schon fehlenden Mittel und Lehrkräfte ist es so unmöglich, dem einzelnen Kind, zumal, wenn es eine individuelle Beeinträchtigung hat, gerecht zu werden. Die Schule kann aufgrund mangelnden Geldes ihren Lehrauftrag nicht wahrnehmen.

 

Zudem ist das Kollegium der Lehrer nicht mehr in der Lage, die in der heutigen Zeit anfallenden Probleme kompetent und lösungsorientiert zu bewältigen. Lehrer wollen und sollen lehren und brauchen Unterstützung.

 

Kinder sind unsere Zukunft, sie müssen vorbereitet und ausgebildet werden. Das ist mit fehlendem Unterricht und qualitativ schlechtem Unterricht aufgrund fehlender Mittel nicht möglich.

 

Der Kreiselternrat des Landkreises Teltow Fläming, fordert von Verantwortlichen:

 

1. Erhöhen Sie die Vertretungsreserve, um die steigende Krankheitsrate ausgleichen zu können.

 

2. Verringern Sie die Klassenfrequenzvorgabe, um individuelles Lernen ermöglichen zu können.

 

3. Erhöhen Sie die Anzahl einzustellender Lehrer/Innen, um Ausfälle durch Krankheit und Erschöpfung vorbeugen zu können.

 

4. Statten Sie Schulen flächendeckend nicht nur mit genügend Lehrkräften sondern auch mit
Schulsozialarbeitern und Sonderpädagogen (Stichwort: multiprofessionelle Teams), um den Anforderungen heutiger Probleme gerecht werden zu können.

 

4. Erhöhen Sie die nutzbaren finanziellen Mittel für Bildung, um zeitgemäße Ausbildung unserer Kinder ermöglichen zu können.

 

5. Ermöglichen Sie eine moderne, zukunftsfähige Bildungspolitik. Eine hochwertige schulische Ausbildung, die dem heutigen Stand des Wissens Rechnung trägt, legt den Grundstein für die Entwicklung sozialkompetenter, flexibel denkender und selbstbewusster Menschen, unserer Zukunft!

 

Ulrike Schwenter, Sprecherin des Kreiselternrats des Landkreises Teltow Fläming

Juni 2013

Verweise:

Elternqualifizierung vom LISUM Stand Jan 2017
Newsletter-Partizipation 2016-01.pdf
PDF-Dokument [1.2 MB]
informative und leicht verständliche Broschüre des MBJS Alles zur Mitwirkung
Elternqualifizierung für Mitwirkung
Landesverband schulischer Fördervereine
Integration der zu uns Geflüchteten
Vernetzungsstelle Schulverpflegung Brandenburg
Elternuni 2007 - 2013
AWO-Broschüre des Projektbeirates Inklusion
Bundeselternvertretung Kitas
Bildungsministerium Brandenburg

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