Landesrat der Eltern Brandenburg
Landesrat der Eltern Brandenburg
Antwort auf eine Große Anfrage "Jugendliche und junge Menschen in Brandenburg"
Anteil junger Menschen ohne abgeschlossene Schulausbildung im Bundesvergleich siehe Seite 50, Frage 60.
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Jeder zwölfte Schüler blieb im vergangenen Schuljahr ohne Abschluss, das sind 1432 Jugendliche (8%).

 

Dazu mein Kommentar: Was tun gegen hohe Zahl an Schülern ohne Schulabschluss?

 

Bei den gescheiterten Jugendlichen ohne Schulabschluss gibt es zahlreiche Schülerinnen und Schüler, die nicht in das System Schule passen, aber in einer praxisorientierten Ausbildung mit Werkstätten und Produktionsschulen durchaus Erfolge zeigen. Leider gibt es kaum noch Angebote dieser Art.

 

Vorbeugend kann vor Allem der Ausbau der individuellen Förderung von der Kita an über Grundschule bis in die weiterführende Schule wirken. Hier gibt es noch Qualifikationsbedarf bei den Lehrkräften. Erste Schritte sind die verstärkte Aufnahme von Diagnose und individuellen Förderung in der Lehreraus- und Fortbildung. Allerdings ist hier noch viel Luft nach oben, weil auch die Professoren an der Uni noch Erfahrungen sammeln müssen.

 

Wichtige Gelingensfaktoren für individuelle Förderung sind außerdem niedrige Klassenfrequenzen, Teamarbeit in den Schulen und personelle Unterstützung im Unterricht z.B. durch Schulhelfer, Eltern, Schulsozialarbeiter u.a. Häufig gibt es leider gerade zwischen Lehrkräften und Sozialarbeitern noch Vorbehalte.

 

Eine erfolgreiche Methode vor allem an weiterführenden Schulen ist der Aufbau eines Früherkennungssystems. Sobald ein Schüler schlechte Noten hat, werden in Zusammenarbeit mit den Eltern Maßnahmen ergriffen, wie besondere Förderung, Nachhilfe, Ferienkurse u.a. Damit konnten Schulen das Sitzenbleiben fast vollständig abschaffen. 

 

Ein großer Teil der Schüler ohne Schulabschluss kommt aus den Förderschulen. Hier fehlen insbesondere bei den Lernbehinderten die Anreize durch leistungsstärkere Schüler. Eine engere Kooperation mit Regelschulen oder flexible Modelle mit Förderklassen sollten aufgebaut bzw. unterstützt werden, um die krasse Trennung zwischen Regel- und Förderschulen zu überwinden. Außerdem sollte das Angebot an gemeinsamem Unterricht ausgebaut werden. Derzeit stagniert der Ausbau der Pilotschulen oder ist sogar rückläufig und bei den weiterführenden Schulen passiert in der Richtung zu wenig.

 

Wolfgang Seelbach, Mai 2015

Der gleiche Kommentar als PDF
Kommentar Was tun gegen hohe Zahl an Sch[...]
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Siehe dazu auch MAZ vom 2.6.2015

 

Verweise:

Elternqualifizierung vom LISUM Stand Jan 2017
Newsletter-Partizipation 2016-01.pdf
PDF-Dokument [1.2 MB]
informative und leicht verständliche Broschüre des MBJS Alles zur Mitwirkung
Elternqualifizierung für Mitwirkung
Landesverband schulischer Fördervereine
Integration der zu uns Geflüchteten
Vernetzungsstelle Schulverpflegung Brandenburg
Elternuni 2007 - 2013
AWO-Broschüre des Projektbeirates Inklusion
Bundeselternvertretung Kitas
Bildungsministerium Brandenburg

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