Landesrat der Eltern Brandenburg
Landesrat der Eltern Brandenburg

Einigung bei der GOST
Nach 2 "Lesungen" im Landesschulbeirat (LSB) gab es am 27.6.2017 im so genannten "Einigungsgespräch" zwischen Vorstand des LSB und Ministerium einen Kompromiss über die verbliebenen strittigen Punkte bei der Gestaltung der neuen gymnasialen Oberstufe (GOST). 
Der Landesschülerrat konnte sich damit durchsetzen, dass es keine unterschiedlichen Stundenzahlen beim Mathe-Grundkurs geben wird. Das hätte eine immer wieder aufkeimende Gerechtigkeits-Diskussion ausgelöst.
Der Mathe-Grundkurs wird jedoch u. a. wegen der besonderen Defizite in vielen Studiengängen vierstündig sein, alle anderen Grundkurse dreistündig und die beiden Leistungskurse fünfstündig.
Politische Bildung bleibt Wahlkurs und wird sicherlich weiterhin ein stark angewählter Kurs sein. Als Pflichtkurs hätte er jedoch die Auswahlmöglichkeiten zu stark eingeschränkt. 
Eine Brandenburger Besonderheit ist und bleibt der zweistündige verbindliche Seminarkurs, der das Arbeiten mit komplexen Themen und großen Texten übnt. Neben Mathe wurde gerade die Verbesserung dieser Kompetenz von der Uni Potsdam angemahnt.

 

Hier 3 Varianten von Kursbelegungen (ohne Garantie, vorbehaltlich der Veröffentlichungen des MBJS):

Beispiel 1: Leistungskurse Mathe, Physik 

 

Es gibt drei Aufgabenfelder und 10 belegte Kurse (in Klammern die Stundenzahlen):

I sprachlich-literarisch-künstlerisch

II gesellschaftswissenschaftlich

III mathematisch-naturwissenschaftlich-technisch

 

I sprachlich-literarisch-künstlerisch

Pflichtfächer sind Deutsch (3) und Englisch bzw. eine andere fortgeführte "erste" Fremsprache (3)

Wahlpflicht: Aus Kunst/Musik/Darstellendes Spiel muss ein weiteres Fach ausgewählt werden (3).

Weiteres Wahlfach nach Angebot der Schule (3)

 

II gesellschaftswissenschaftlich

Pflichtfach Geschichte (3)

Wahlfach nach Angebot der Schule, z. B. Politische Bildung (3)

 

III mathematisch-naturwissenschaftlich-technisch

Pflichtfach Mathe (5)

Wahlpflicht: naturwissenschaftliches Fach, z. B. Physik (5)

Wahlfach nach Angebot der Schule (entfällt in diesem Beispiel))

 

dazu Sport (3) und Seminarkurs (2)

 

Summe 33 Wochenstunden

 

Beispiel 2: Leistungskurse Deutsch, Fremdsprache 

I   LK D(5), E(5), GK z.B. ffS Spanisch(3), GK Ku/Mu/DS(3)

II  GK Geschichte(3), GK GW: z.B. Philosophie(3)

III GK M(4), GK NW: z.B. Biologie(3)

Sport(3), Seminarkurs(2)

Summe 34 Wochenstunden

 

Beispiel 3: Oberschüler ohne 2. Fremdsprache LK Deutsch, Geschichte

I   LK D(5), GK ffS Englisch(3), GK FS neu Polnisch(4),  GK Ku/Mu/DS(3)

II  LK Geschichte(5), GK GW: Geografie(3)

III GK M(4), GK NW: z.B. Physik(3)

Sport(3), Seminarkurs(2)

Summe 35 Wochenstunden

Abi-Panne:

 

 - 42% werden wohl nachschreiben.
 

 - Externe Untersuchung fordert bessere End-Kontrolle der Prüfungsaufgaben.
 

 - Auch Rahmenpläne sollen konkretisiert werden.

 

Kommentar des Landeselternsprechers:

 

Die Änderung der Rahmenpläne 2014 waren offenbar ohne Konsequenzen unzureichend kommuniziert. Hier liegt ein Systemfehler vor.

 - 30% der Schulen waren bei den Mathe-Fortbildungen zur Rahmenplanänderung nicht vertreten, ohne dass daraus Konsequenzen gezogen wurden.

 - Es war vielen Schulen bzw. Lehrkräften nicht bewusst, dass die Veranstaltungen verbindlich waren.

 - Das umstrittene Thema wurde im Rahmenplan nicht konkret genug beschrieben.

 - Auch Lehrkäfte brauchen Beispielaufgaben. Wenn selbst ein verbreitetes Mathe-Buch in Brandenburg keine Beispielaufgabe zu dem umstrittenen Thema hatte, sind Fehlentscheidungen schulischer Fachkonferenzen vorprogrammiert. Ich erwarte, dass Fachbücher in Zukunft verstärkt auf Eignung geprüft werden.

 

Das Ministerium hat verstanden und will die Mängel beheben: Bessere Durchsetzung der Anwesenheit bei Fortbildungen und Konkretisierung der Rahmenpläne. Dabei sollte Baaske aber nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Fortbildungen sind nicht immer der Weisheit letzter Schluss und werden oft als Belastungen empfunden. Manchmal sind Zusammenarbeit vor Ort und funktionierende Teams wichtiger.
Wenn es aber relevante Rahmenplanänderungen gibt, ist die Verbindlichkeit der Informationsveranstaltungen eindeutig zu formulieren und auch durchuzusetzen. 

 

Darüberhinaus sollte das Ministerium aber auch über eine weitere Änderung nachdenken. Eine übersichtliche Zusammenstellung prüfungsrelevanter Themen zu Beginn der Oberstufe wäre eine Hilfe für die Lehrkräfte zur Vorbereitung auf die Prüfung. Statt der bisher verwendeten Negativliste sollte man eine entsprechende Positivliste verwenden, wie es z. B. in der beruflichen Bildung üblich ist.

 

Wolfgang Seelbach2.6.2017

 

Mehr in der PM des Ministeriums vom 1.6.2017

 

MAZ vom 2.6.

 

mozonline vom 2.6.: viele Missgeschicke

 

pnn vom 2.6.

 

 

 

Bildungsexperten untersuchen Mathe-Abi-Panne

Aus der Pressemitteilung des MBJS:

"Bildungsminister Günter Baaske hat heute Prof. Andreas Borowski und Prof. Ulrich Kortenkamp von der Universität Potsdam beauftragt, die Unregelmäßigkeiten bei den schriftlichen Abiturprüfungen im Fach Mathematik zu untersuchen. ...

Beide Bildungsexperten sollen klären, warum der Stoff der betreffenden Abituraufgabe nicht oder nicht ausreichend im Unterricht behandelt wurde. Am 1. Juni werden sie dem Minister das Ergebnis ihrer Prüfung vorlegen."

rbb brandenburg aktuell 12.5.2017 Nach Beschwerden Mathe-Abi darf wiederholt werden

'Ein Skandal für die Landeselternvertretung'

Wolfgang Seelbach: "Ich fordere eine klare Aufklärung der Informationsdefizite und ein Konzept, wie in Zukunft verhindert werden kann – z. B. durch Kontrollen- , dass so eine Panne nicht wieder passieren kann. ...

Das hat natürlich wie Schulleiter und Schüler schon sagten, ungünstige Auswirkungen auf die Psyche während der Klausur, erhöht den Klausurstress, verlängert für einige Schüler die Klausurphase und ist für die Schüler eine große Belastung."

 

 

Gute Entscheidung: Schüler(innen) dürfen nachschreiben

"Alle Schülerinnen und Schüler des Landes Brandenburgs bekommen das Angebot, die schriftliche Abiturprüfung in Mathematik nachzuschreiben. Sie müssen einen Antrag stellen, den der Prüfungsausschuss ihrer Schule genehmigen muss. Das Angebot zum Nachschreiben ist freiwillig. Die Gelegenheit zum Nachschreiben besteht am 12. Juni 2017."

( Quelle MBJS )

 

Landeselternsprecher Wolfgang Seelbach begrüßt die jetzige Lösung ebenfalls. Allerdings bedauert er die Abiturienten: "Das ist jetzt natürlich ein zusätzlicher und unnötiger Stress für sie." ( pnn 12.5.2017 )

 

Umstrittenes Mathe-Abi: MBJS nimmt Stellung

"Die Mathematikprüfung enthielt Aufgaben zu natürlichen Logarithmusfunktionen. Es mehren sich die Hinweise, dass dieser Stoff im Unterricht einiger Schulen offenbar nicht gelehrt wurde. Allerdings enthält der für alle verbindliche Rahmenlehrplan diesen Stoff, er hätte deshalb auch unterrichtet werden müssen. Um den Sachverhalt aufzuklären, hat das Ministerium an alle Schulen mit gymnasialer Oberstufe einen Fragenbogen geschickt. Die Schulleiter wurden gebeten, bis zum 11. Mai zu beantworten, ob der im Rahmenlehrplan vorgesehene Stoff der Logarithmusfunktionen Gegenstand des Unterrichts war oder nicht. ...

Das oberste Ziel des Ministeriums ist es, dass den Schülerinnen und Schülern bei den Abiturprüfungen durch eventuelle Versäumnisse kein Nachteil entsteht."

 

Kommentare von Bildungsaktiven in der MAZ vom 11.5.2017

"Nach Einschätzung von Landeselternsprecher Wolfgang Seelbach, müssen Lerninhalte in Zukunft transparenter gestaltet werden. „Jeder Schüler soll wissen, auf welche Prüfungsinhalte er sich vorbereiten muss.“ Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, plädiert er dafür, die Bewertung der Leistung anzupassen."

 

Landesschülersprecher Johannes Sven Hänig ... plädiert dafür, dass bei der Korrektur ein anderer Maßstab für die Brandenburger Schüler angelegt wird. ( Quelle pnn )

Aufgaben kamen nicht aus dem bundesweiten Pool

Die umstrittene Logarithmus-Aufgabe stammt im Übrigen nicht aus dem gemeinsamem Aufgabenpool, den es seit diesem Jahr gibt und aus dem sich alle Bundesländern bedienen können. Sie wurde viel mehr von einem landeseigenen Fachteam konzipiert. ( Quelle pnn )

(Hervorhebungen von mir)

 

Das Thema in antenne brandenburg vom 17.5.2017

 

zur Panne beim Mathe-Abi 2017

Lehrer bemängelt unklare Vorgaben für den Unterricht:

"Der Lehrplan habe den Schulen nun vorgegeben, dass von vier zu behandelnden Funktionsklassen lediglich zwei als Kurvenscharen vermittelt werden. "Weitere Auflagen wurden nicht gemacht", sagt der Lehrer. Sowohl die Fachkonferenz seiner Schule "als auch alle anderen mir bekannten" hätten sich für zwei jener vier Funktionsklassen als Kurvenscharen entschieden, die in den vergangenen Jahren immer Teil der Abiprüfungen gewesen seien - und gegen die natürliche Logarithmusfunktion als Kurvenschar, die nun unerwartet Abi-Thema war." ( Quelle moz-online vom 11.5.2017 )

Kritik von Schulleitern

Gabriele Schölzel, Leiterin des Heinitz-Gymnasiums in Rüdersdorf und Vorsitzende des Brandenburgischen Gymnasialleiterverbandes, weist auf ein weiteres Problem hin – die „verbale Verklausulierung der Aufgaben“. Viele Lehrer und Schüler fanden die Formulierungen demnach zu schwierig, es seien Begrifflichkeiten gewählt worden, die die Brandenburger Schüler nicht gewohnt seien.

Nach Ansicht von Schulleiter Andreas Mohry vom Potsdamer Schiller-Gymnasium verzerrt die Logarithmus-Aufgabe für die Abiturienten die ganze Klausur: „Der panische Zeitverlust durch eine Aufgabe, die man noch nie berechnet hatte, hatte natürlich Auswirkungen auf die ganze Prüfung.“

( Quelle pnn )

 

Brandenburg kehrt zu 2 fünfstündigen Leistungskursen zurück. Hier die PM des Ministeriums
37-17_GOST.pdf
PDF-Dokument [103.8 KB]
Diskussion um G9: "Theater des Westens"
Artikel in der Süddeutschen Zeitung zu "G8" im Osten, 13.2.2017
G8 Sueddeutsche.pdf
PDF-Dokument [76.3 KB]

 

Brandenburger Schulleiter fordern Rückkehr zu 2 Leistungskursen á 5 Stunden!

Die Verbände der Schulleiter von Gesamtschulen und Gymnasien fordern anläßlich der notwendigen Neustrukturierung der Oberstufe eine Rückkehr zu 2 fünfstündigen Leistungskursen statt 5 vierstündiger Kurse.

Aus der Erklärung des Verbandes der Gymnasialschulleiter:

"In Auswertung einer durch uns vorgenommenen aktuellen Erhebung an den Brandenburgischen Gymnasien sprechen wir uns mit großer Mehrheit dafür aus, zukünftig in der gymnasialen Oberstufe zwei Kurse auf erhöhtem Anforderungsniveau mit jeweils 5 Wochenstunden (Leistungskurse) sowie alle anderen Kurse auf grundlegendem Niveau mit 3 Wochenstunden (Grundkurse) zu verankern."

 

Damit sind sich Landeselternrat und Schulleiter in der Sache einig.

 

Inzwischen rücken auch die Parteien, die vor wenigen Jahren noch die Oberstufe mit 5 Leistungskursen befürwortet haben, von ihrer Position ab.

Gordon Hoffmann (CDU) fordert, dass "Brandenburg sich im Sinne besserer Vergleichbarkeit eng mit anderen Bundeländern abstimme". Nach Marie Luise von Halem (Grüne) "spricht vieles dafür, das System dem Berliner System anzugleichen".  (beide Zitate MAZ 13.2.2017, S.8)

 

Artikel in der MAZ vom 23.1.2017

 

Artikel in der moz vom 20.1.2017

 

Artikel in der pnn vom 12.10.2016

 

Kommentar in der MAZ vom 13.2.2017

 

Hintergrund Abitur in der MAZ vom 8.4.2013

 

Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK):

https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/veroeffentlichungen_beschluesse/1972/1972_07_07-Vereinbarung-Gestaltung-Sek2.pdf

 

Mehr zu den Gerechtigkeitsproblemen finden Sie auch auf meiner Internetseite
http://www.wolfgangseelbach.de/themen/abitur/

 

Hier die Stellungnahmen der Gymnasialschulleiter und der Gesellschaft Gesamtschule Brandenburg als PDF.

Position der Vereinigung der Brandenburgischen Gymnasialschulleiter
zur Reform der gymnasialen Oberstufe im Land Brandenburg
Positionspapier GOSTV16.pdf
PDF-Dokument [7.9 KB]
Position Gesellschaft Gesamtschule Brandenburg
zur Reform der gymnasialen Oberstufe im Land Brandenburg
Abi Stellungnahme GGGesSchBRB.pdf
PDF-Dokument [152.2 KB]

 

Später Erfolg für Proteste:

Brandenburg muss Abi-Bedingungen ändern!

 

KMK kassiert Brandenburger Oberstufenreform

 

In der Antwort auf eine Anfrage von Landeselternsprecher Wolfgang Seelbach bestätigte das Bildungsministerium, dass die Brandenburger Oberstufenverordnung (GOST von 2009) wieder geändert und die Anzahl der Leistungskurse verringert werden muss. Die Änderungen treten zum Schuljahr 2019/20 in Kraft, die neue GOST muss bis Sommer 2018 beschlossen sein.

 

Hintergrund sind Proteste von Eltern, Lehrkräften und Schülern über die bundesweite Ungerechtigkeit beim Abitur und entsprechende Medienberichte.

 

So gibt es aufgrund der unterschiedlichen Bedingungen in den Bundesländern für gleiche Leistungen unterschiedliche Noten, auch die Vorbereitungszeit (Anzahl der Unterrichtsstunden) für vergleichbare Prüfungen sind unterschiedlich.

 

Ein besonders krasses Beispiel für die fehlende Zusammenarbeit der Länder ist die Oberstufenreform in Brandenburg. Nachdem Berlin und Brandenburg jahrelang vergleichbare Abiturbedingungen hatten, wurde 2014 die Anzahl der Leistungskurse in Brandenburgvon 2 auf 5! erhöht, in Berlin änderte sich nichts.

 

Ich fordere deshalb wieder eine Rückkehr zu einer mit Berlin vergleichbaren Oberstufe:

  • gleiche Abi-Bedingungen in Berlin und Brandenburg
  • dieselbe Anzahl von Leistungskursen und
  • dieselbe Anzahl von Unterrichtsstunden für Abi-Fächer.

Wolfgang Seelbach

 

p.s.: Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK):
https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/veroeffentlichungen_beschluesse/1972/1972_07_07-Vereinbarung-Gestaltung-Sek2.pdf

 

Mehr zu den Gerechtigkeitsproblemen finden Sie auch auf meiner Internetseite
http://www.wolfgangseelbach.de/themen/abitur/

 

Abi-Aufgabenpool

KMK veröffentlicht am 12.6.2015 erste Informationen zu den Beispielaufgaben

Aufgabensammlung Deutsch

Von hier gelangen Sie per Link auch zu den anderen Fächern Englisch, Französisch, Mathematik.

Dezember 2014
370-14 PM Broschüre Gymnasiale Oberstufe[...]
PDF-Dokument [146.3 KB]

Siehe auch hier: Link zur PM

Abiturergebnisse 2014: Vergleich Brandenburg - Berlin

Thorsten Metzner in den pnn

Eltern wollen Zentralabi!

11.9.2014 Der Tagesspiegel berichtet über eine aktuelle Studie im Auftrag von jako-o.

Rückblick auf "G8": Analysen und Studien im Spiegel Juni 2016

 

Verkürztes Abi bleibt umstritten:

5.3.2014 Stellungnahmen von Verbänden in einem Beitrag auf t-online:

( http://www.t-online.de/eltern/schulkind/id_68348608/lehrerpraesident-josef-kraus-wer-die-wahl-hat-sollte-g9-waehlen.html )

Bildungsexpertin: G8 ist nicht der Auslöser für den Stress!
Interview Dr. Svenja Kühn.pdf
PDF-Dokument [72.5 KB]
31.3.2014: "Turbo-Abiturienten sind ebenbürtig!"
Artikel Spiegel Online zu G8.pdf
PDF-Dokument [533.0 KB]
3.4.2014 Der Bayerische Elternverband hält ein einfaches zurück zu G9 ohne eine Reform des Gymnasiums für unzureichend.
Pressemitteilung des BEV Nr.pdf
PDF-Dokument [81.5 KB]
Elternkonferenz protestiert gegen Folgen von "G8".
Resolution EK Gym Finow zu G8.pdf
PDF-Dokument [74.8 KB]

rbb-online 14.3.2014: Wenn der Druck zu groß wird

 

Berliner Elternausschuss: Keine pauschale Rückkehr zu G9

"Wenn Sie mich persönlich fragen, würde ich G8 sofort abschaffen", sagt Liselotte Stockhausen-Döring rbb-online. Sie ist Sprecherin des Landeselternausschusses (LEA) Berlin und Mutter einer Tochter, die wegen des Lerndrucks bereits zwei Hobbies aufgegeben hat. "Die Jugendlichen haben teilweise einen Elf-Stunden-Tag und überhaupt keine Zeit mehr. Das merken übrigens auch soziale Organisationen wie Freiwillige Feuerwehr und Rotes Kreuz: Kein Nachwuchs."

Der Landeselternausschuss will aber nicht grundsätzlich zurück zu G9, er will Eltern eine Wahlfreiheit verschaffen: Die Möglichkeit, an ein und derselben Schule sowohl G8 oder G9 zu machen, das fände auch die Vorsitzende gut. Aber hat Berlin dafür nicht die Integrierten Sekundarschulen? Für Stockhausen-Döring kein Argument: "Wenn Sie sich die Ergebnisse der Prüfung zum Mittleren Schulabschluss anschauen -  da sind zum Teil 25 Prozent der Schüler durchgefallen." Das Niveau sei einfach zu niedrig. "Und die wenigen guten Sekundarschulen sind so überlaufen, dass die Aufnahmebedingungen manches Gymnasium in den Schatten stellen."

Brandenburger Eltern wünschen Wahlfreiheit

Das kann Wolfgang Seelbach bestätigen – er ist Sprecher des Landeselternrates in Brandenburg: "Wir haben hier Gesamtschulen mit gymnasialer Oberstufe – die haben 170 Prozent Anmeldungen. Daran sehen Sie, dass Eltern ihren Kindern durchaus das 13-jährige Abitur ermöglichen wollen", sagt er rbb-online. Aber flächendeckende Rückkehr zu G9 will er deshalb nicht. Schnellläufer-Klassen müssten möglich sein, das meint übrigens auch Stockhausen-Döring.

Auch Wolfgang Seelbach plädiert für Wahlfreiheit, auch er wünscht sich mehr Gesamtschulen, und dass Gymnasien sowohl G8 als auch G9 anbieten. Nur sei die Situation in einem Flächenland wie Brandenburg natürlich grundsätzlich anders: "2030 werden wir nur noch die Hälfte der Schüler haben. Wir werden also irgendwann pragmatisch Schulen zusammenlegen und Schulzentren einrichten müssen." Hier Wahlfreiheit zu schaffen, vor allem außerhalb des gut versorgten Speckgürtels: Eine Herausforderung.

In Berlin ließe sich das ganz wunderbar realisieren, meint Stockhausen-Döring: "Wir haben so eine dichte Schullandschaft." Politische Unterstützung sieht sie beim "Projekt Wahlfreiheit" allerdings nicht: "Da kommt dann immer das Argument mit den Sekundarschulen, die es doch schließlich schon gibt."

Weiter mit G8?

Also weiter G8 in Brandenburg und Berlin? "Dann muss aber die Schulorganisation verbessert werden", erklärt Stockhausen-Döring: "Da lässt sich eine Menge machen." Und die Lehrpläne etwas entschlacken? „Nein, da entstehen zu viele Lücken."

Lehrpläne ausdünnen – dafür gebe es auch keinen politischen Willen, meint Seelbach, der das persönlich wohl ganz gut fände: "Da reden dann immer alle Fachlehrer mit, und jeder findet natürlich immer sämtliche Inhalte im eigenen Fach unverzichtbar." Zwei kleinere Unterthemen seien im Mathematik-Lehrplan in den vergangenen Jahren nach langem Feilschen gestrichen worden, fällt ihm als Beispiel ein.

stern-Umfrage: Deutsche lehnen mit 72% zu 21% das 12-jährige Abi ab.

Die Verkürzung des Weges zum Abitur um ein Jahr, das sogenannte "G8" ist immer wieder in der Kritik und viele Bundesländer rudern wieder zurück.

Hier der Kommentar eines Betroffenen aus der Süddeutschen Zeitung vom 20.2.2014:

"Wären tatsächlich das Wohl der Schüler und eine gute Ausbildung das oberste Ziel, wäre die einzig logische Konsequenz, die Schulzeit wieder um ein Jahr zu verlängern. Zwar sind wir Schüler nun ein Jahr jünger, wenn wir die Schule verlassen, aber dieses eine Jahr fehlt uns in vielerlei Hinsicht: zur Vertiefung von Wissen, zur Vorbereitung aufs Abitur und nicht zuletzt auch zur Orientierung, was wir nach der Schule machen wollen."

 

Gastkommentar "Durchkommen - irgendwie" des Schülers

 

Artikel zu einer Befragung der Elternvereinigung (LEV) Bayern

Wolfgang Seelbach, Sprecher des LER BRB äußert sich in der Presse kritisch zum "G8". Er fordert in einem Interview mit der Märkischen Oderzeitung mehr Wahlfreiheit zwischen zwei- und dreijähriger Oberstufe und eine gründliche Durchforstung der Lehrpläne. "Wenn 'G8', dann müssen die Stoffpläne weiter reduziert werden. Das ist bisher nicht ausreichend geschehen."

Hier seine veröffentlichten Aussagen:

moz 21.2.2014 Eltern fordern Abi nach 13 Jahren

"Auch in Brandenburg, wo seit 2006 an Gymnasien das Abitur nach zwölf Jahren erlangt wird, gibt es Klagen. "In der 11. Klasse kommen die Jugendlichen kaum zu Freizeitaktivitäten, der Druck auf die Psyche ist oft hoch. Das ist nicht gesund", warnt Wolfgang Seelbach, Sprecher des Landeselternrats. Er begrüßt deshalb den Trend in den anderen Ländern und erhofft sich davon eine Belebung der Debatte in der Mark.

"Eltern brauchen ein Wahlrecht", findet er. Dies gebe es zwar grundsätzlich in Brandenburg, da an Gesamtschulen und Oberstufenzentren weiterhin nach 13 Jahren die Hochschulreife erlangt wird. Aber die Option bestehe nicht flächendeckend. "Die wenigen Gesamtschulen sind meist völlig überlaufen. Auch daran sieht man, dass viele Eltern für ihre Kinder den längeren Weg zum Abitur bevorzugen", argumentiert Seelbach. In Brandenburg gibt es derzeit 99 Gymnasien, 33 Gesamtschulen und 16 OSZ.

Ziel müsse laut Elternrat sein, dass die Familien in jeder Stadt die Wahl haben, welchen Weg ihr Kind wählt. Konkret schlägt Seelbach vor, entweder den einzelnen Gymnasien die Wahl zu lassen, ob sie das Abitur nach zwölf oder 13 Jahren anbieten oder aber dafür zu sorgen, dass Eltern sogar an der Schule wählen können."

 

Siehe auch hier: "Breites Bündnis macht bundesweit Front gegen Turbo-Abi" 

Turbo-Abi: "Gute Nacht, G8!" 

Verweise:

Elternqualifizierung vom LISUM Stand Jan 2017
Newsletter-Partizipation 2016-01.pdf
PDF-Dokument [1.2 MB]
informative und leicht verständliche Broschüre des MBJS Alles zur Mitwirkung
Elternqualifizierung für Mitwirkung
Landesverband schulischer Fördervereine
Integration der zu uns Geflüchteten
Vernetzungsstelle Schulverpflegung Brandenburg
Elternuni 2007 - 2013
AWO-Broschüre des Projektbeirates Inklusion
Bundeselternvertretung Kitas
Bildungsministerium Brandenburg

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